Platte der Woche

Coverbild: 
KW 46 | 14.11. - 20.11.2012

Aussenansicht

Artist: 
Axel Nagel
Erschienen: 
03.11.2011
Label: 
Spion Musik Aalen

In einer Zeit die von englischen Singer und Songwritern dominiert wird und deutsche Musiker sich oftmals mit dem scheinbar intellektuellen Tiefgang ihres Albums zufrieden geben und bei lauter Selbstbeweiräucherung somit sämtliches Gefühl für das richtige Klang-Arrangement des Albums verlieren, kommt ein Mann wie Axel Nagel daher und zeigt wie es richtig geht.
Nagel, auch bekannt als Mitglied der formidablen Surf-Combo “Tightrope”, legt mit Aussenansicht sein zweites Solo-Album vor und irgendwie ist ja eigentlich alles bei alten geblieben – im besten Sinne. Einen riesen Unterschied zum Vorgänger “360” (2005) gibt es aber dennoch – Nagel hat dieses mal auf deutsch getextet. Dazu sagt der Musiker selbst:
“Zuerst befasste ich mich mit Übersetzungen meiner englischen Songs ins deutsche. Nachdem ich 2 songs übersetzt hatte, wuchs schnell der Wunsch, mit deutschen Texten weiterzumachen. So entstanden neue Songs, deren inhalt auf einmal eine ganz andere Wichtigkeit bekamen. Es machte wieder erwarten sehr viel spass, mit der Muttersprache umzugehn, zu jonglieren zu Reimen, und Bilder zu finden für die Themen, die ich ausdrücken wollte. Das die Texte teilweise sehr poetisch wurden, konnte ich kaum vorraussehen. Aber das scheint der Weg zu sein den ich auch weiterhin bei meinen Texten gehen werde.”

Tatsächlich ist es Axel Nagel gelungen starke deutsche Worte zu finden, die wunderbar zu seinem etwas nach “Dust & Diesel” riechenden Wüstenblues, passen. War es auf dem Debüt noch die flirrende Hitze der amerikanischen Steppe, transportieren die deutschen Texte nun auch die Musik auf den europäischen Kontinent. Der sprachliche Duktus ist dann auch nicht der eines angestaubten “…ich bin so Einsam”-Blues, sondern passt ins Umfeld der aktuellen intelligenten Songwriter in Deutschland. Musikalisch bleibt sich Nagel treu, experimentiert gerne mit Effektgeräten um das Klangspektrum zu erweitern und hat sich im Kern gerade mal zwei Leute ins Studio eingeladen … bzw. Ins Landschulheim. Aufgenommen haben die drei nämlich Tatsächlich im großen Saal eine Ferienheims auf der schwäbischen Alb.

Aussenansicht ist ein gelungens Album das sich auch nach vielfachem Hören nicht abnützt – sondern immer wieder neue Facetten zeigt.

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