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Jewrhythmics (kw 06 | 6.2. bis 12.2.2012)

Artist/Autor: 
Jewrhythmics
Label/Verlag: 
Essay Recordings / Indigo
VÖ-Datum: 
27.01.2012
Medientyp: 
TontrÀger(CD)

„Yiddish is dead? Long live Yiddish!” schreiben Jewrhythmics im
Manifest zu ihrem DebĂŒtalbum. Die vermeintlich tote Sprache erlebt seit
Ende des 20.Jahrhunderts vor allem außerhalb Israels wieder eine
erstaunliche Renaissance. Ähnlich ergeht es der Disco-Musik – jenem leicht tanzbaren Genre, dem
schon so viele Male das Ende vorausgesagt wurde. Doch es erweist sich
auch heute noch als extrem widerstandsfÀhig und wird in immer neuen
Metamorphosen wiedererweckt.

Jewrhythmics Musik ist eine aufregende Mixtur der beiden so oft
totgesagten Gattungen und sprudelt dabei voller, neu eingehauchter
Lebensenergie. Nur noch selten gibt es in der aktuellen Musik Momente
des bisher Ungehörten. Und nur noch selten gibt es Projekte, die die
gelÀufigen Pfade verlassen, um musikalisches Neuland zu betreten. Das
Projekt Jewrhythmics wagt solch einen Schritt auf ungewohntes Terrain,
indem es verbindet, was bisher nicht verbunden wurde: Jiddische
Klassiker eingebettet in Synthie-Sounds der 80er-Disco-Ära.

Dabei arbeiten Jewrhythmics auf der Disco-Achse Moskau/Tel Aviv. Die
eine Stadt, in der 70/80er-Sounds von den Radiosendern rund um die Uhr
ausgestrahlt werden, triff auf jene andere, in der sich das
mittelöstliche Zentrum der Techno-Clubkultur befindet. Doch Jewrhythmics
reproduzieren den Disco-Sound nicht digital, sondern im Sinne einer
Reminiszenz an die frĂŒhe Disco-Ära mit einer Vielzahl von analogen
Synthezisern und klassischen Instrumenten (Gitarren, Akkordeon,
Klarinette und mehr). Über die so entstehenden sphĂ€rischen KlĂ€nge
schwebt der ursprĂŒngliche und unverfĂ€lschte jiddische Gesang wie das
wellenförmige Echo einer vergangenen
Epoche.

Die spannende Discoformation fĂŒhrt auf ihrem DebĂŒtalbum nicht nur den Dick-Dale-Klassiker „Misirlou“ nach Hause, sondern schafft insgesamt neun zeitlose StĂŒcke voller synthetischer KlĂ€nge und eingĂ€ngiger Melodien, die eine außergewöhnliche Melange ohne Pathos bilden – neue, so noch nicht gehörte Sounds sowohl fĂŒr jĂŒdische Familienfeste als auch fĂŒr die angesagten Clubs in der westlichen HemisphĂ€re.

01. Misirlou
02. Chiribim
03. Papirossen
04. Goldene Chassene
05. Hava Nagila
06. Kinder Yoren
07. 5th Avenue Square Dance
08. Vu is dos Gessale
09. Ich hob dech lib




 

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