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Tora

Nachdem sie 2015 mit diversen Festivalauftritten auch in Europa fĂŒr Furore gesorgt haben – Glastonbury stand genauso auf dem Programm wie hierzulande z.B. das Reeperbahn Festival –, stehen Tora aus Byron Bay nun mit ihrem offiziellen DebĂŒtalbum „Take A Rest“ in den Startlöchern, auf dem auch die zuletzt veröffentlichte Vorab-Single „Amsterdam“ (VÖ: 17. MĂ€rz) vertreten ist. Ihr zwischen Electronica, Chillwave und lĂ€ssigem Pop oszillierender Sound wurde schon hĂ€ufiger mit Acts wie SOHN, Toro Y Moi, Radiohead oder auch James Blake verglichen – dabei klingen die fĂŒnf Australier auf AlbumlĂ€nge optimistischer und tanzbarer als zuletzt auf den gefeierten EPs.

Entstanden ĂŒber einen Zeitraum von knapp drei Jahren, vertonen Tora – Jai Piccone, Jo Loewenthal, Shaun Johnston, Thorne Davis und Tobias Tsounis, die schon als Kinder zusammen in Mullumbimby zur Schule gingen – die unterschiedlichsten EinflĂŒsse auf ihrem Erstling, den sie selbst daher auch mit einem Tagebuch vergleichen: „Manche der Songs sind ganz direkt von unseren Tour-Erlebnissen in anderen Teilen der Welt beeinflusst, wobei wir einen Teil der Songs auch zu Hause in Australien geschrieben haben“, so ihr Kommentar. Jeder von ihnen habe dafĂŒr zunĂ€chst auf eigene Faust an Ideen gearbeitet, die sie erst spĂ€ter zu einem kohĂ€renten Ganzen kombiniert haben: „Einen Großteil haben wir gemeinsam im Kaktusgarten bei Jai aufgenommen. Deshalb hört man auch hin und wieder Fliegen im Hintergrund oder Bambus, der sich im Wind biegt – ja sogar eine Waschmaschine ist da zu hören. Auch die Kakteen mussten als Klangquelle herhalten, wir haben sie mit Harken bearbeitet. Und dazu haben wir sehr viel mit Gitarren- und Gesangs-Sounds herumexperimentiert, immer neue Techniken und Effekte ausprobiert.“

Da das DebĂŒtalbum insgesamt ausgelassener klingt als die im Vorfeld veröffentlichten EPs der Band, der Dance-Faktor eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielt, beziehe sich der Titel „gar nicht mal so sehr auf den Sound“, wie Jo Loewenthal weiter sagt. „Stattdessen soll das ‘Take A Rest’ die Leute eher daran erinnern, ihre alltĂ€glichen Probleme fĂŒr einen Moment zu vergessen. Indem wir diese Songs geschrieben haben, konnten wir derartige Dinge immerhin fĂŒr den Moment ausklammern – und nun hoffen wir, dass genau das den Zuhörern auch gelingt, wenn sie die Resultate hören.“

Neben Album-Highlights wie der ersten Vorab-Single „Amsterdam“ (die ĂŒbrigens von einer Drogeneskapade in der hollĂ€ndischen Metropole handelt) oder auch der zweiten Auskopplung „Another Case“, einem PlĂ€doyer fĂŒr mehr NatĂŒrlichkeit in Zeiten optimierter Selbstinszenierungen im digitalen Raum (das wiederum schon sehr gut die ausgelassene Stimmung der LP andeutet), zĂ€hlt auch „Bridges“ zu den KernstĂŒcken des Albums – ein Track, der weit zurĂŒck reicht in die Vergangenheit: Die Idee dazu kam Loewenthal schon vor sechs Jahren, an einem Punkt, an dem er das GefĂŒhl hatte, seine Beziehung mit seiner Mutter verĂ€ndern und intensivieren zu mĂŒssen.

„Jahrelang fehlte noch etwas an dem StĂŒck, bis mir eines Tages eine Zeile einfiel, die aus der Perspektive meiner Mutter geschrieben ist. Danach wurde mir klar, dass eine SĂ€ngerin den Part ĂŒbernehmen musste – und so gingen schließlich noch mal 18 Monate ins Land, bis wir mit Grace Pitts die perfekte Stimme dafĂŒr gefunden hatten.“

Ähnlich wichtig ist dem Songwriter auch der Song „Too Much“, mit dem sich jeder identifizieren können wird, „der auch schon mal jemanden oder etwas geliebt hat, was man eigentlich nicht lieben sollte. Ich hab wirklich erst durch diesen Song, also quasi als die Worte aus meinem Mund kamen, so richtig verstanden, was mit mir davor los war.“

Produziert haben Tora ihre vielschichtigen Arrangements selbst, wobei der fĂŒr einen Grammy nominierte Toningenieur Andrei Eremin (u.a. Hiatus Kaiyote, Ta-ku) das Mastering ĂŒbernahm. Die fĂŒnf Australier knĂŒpfen damit an ihre bisherigen Veröffentlichungen an – neben Singles wie „Poly Amor“ und „Twice“ auch die EPs „Eat the Sun“ und davor „Tora“ –, die kombiniert inzwischen ĂŒber 20 Millionen Streams verzeichnen.

Gefeiert von triple j bis The Line of Best Fit, von Indie Shuffle bis The Sound You Need, haben Tora in kĂŒrzester Zeit extrem viel bewegt: GegrĂŒndet im Jahr 2013, kombinieren sie in ihrem Sound vielschichtige, eindringliche Electronica-Produktionen mit extrem gefĂŒhlvollen Vocals – kein Wunder, dass Acts wie z.B. SOHN, Radiohead und James Blake schon hĂ€ufiger fĂŒr Vergleiche herangezogen wurden. Auf ihre gleichnamige EP, die sie schon im Oktober des GrĂŒndungsjahres veröffentlichten, ließen sie seither u.a. im Jahr 2014 den Hype-Machine-Hit „Overcome“ (Platz #7 Hype Machine) sowie die erfolgreiche „Eat The Sun“-EP folgen. Der von LA-Producer Galimatias angefertigte Remix ihres Songs „Jaigantic“ verzeichnet inzwischen allein mehr als 10 Millionen Streams.

Besonders ihre gefeierten Live-Shows haben Tora zuletzt eine rasant wachsende Fanbase beschert: AnknĂŒpfend an ihren epischen Europa-Abstecher im Jahr 2015 (Fazit der Band: „193 days, almost 80 shows and over 50.000 km of driving“), traten Tora hierzulande u.a. bei der Fusion und dem Reeperbahn Festival auf und spielten neben Auftritten beim Glastonbury Festival, dem Falls Festival, The Great Escape und Best Kept Secret noch mehr als 70 weitere Festival- und Headliner-Shows in ganz Europa, den USA, Mexiko und Kanada, u.a. zusammen mit Acts wie Miami Horror und SAFIA. In Australien haben sie zuletzt u.a. RÜFÜS auf deren ausverkaufter „bloom“-Tour begleitet.

Die Tatsache, dass ihr aus dem Griechischen entliehener Name fĂŒr „jetzt“ steht, passt einfach perfekt: Toras Kombination von elektronischen und organischen Elementen könnte zeitgenössischer nicht klingen. (quelle: beatsinternational)

Take A Rest (kw 25 19.06 - 25.06.2017)
Eighty Days Records / GoodToGo
09.06.2017

 

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