Das Leben ist zu kurz
für eintönige Musik.

Platte der Woche

Coverbild: 
KW 45 04.11. - 10.11.2019

THE DEEPEST SPACE OF NOW

Artist: 
Enik
Erschienen: 
08.11.2019
Label: 
Brave & Dizzy Records

Enik ist zurück. Die letzten Jahre hat der Münchner Musiker, Produzent und Multiinstrumentalist in seinem Studio am neuen Album „The Deepest Space Of Now“ gearbeitet wie ein Goldschürfer am Yukon. Enik ist ein Künstler, der so lange und so konsequent an seinen Songs arbeitet, der die Kiesel, den Dreck und das Überflüssige so lange beiseite schiebt und siebt, bis es funkelt. Und es funkelt! Auf „The Deepest Space Of Now“ finden sich 13 Songs mit rebellischem Charme, im Spannungsfeld zwischen Mörderballade und Indie-Tanzbeat, lebensbejahender Hymne und zauberhafter Melancholie. 13 Kleinode und Monster, am Innersten rührende Perlen und Dampfwalzen, die alle eines gemeinsam haben: Sie widmen sich jenen Randfiguren der Gesellschaft, die das System in dem sie leben verachten aber auch brauchen. Die Songs spiegeln den inneren und äußeren Zwiespalt wieder, mit dem die Charaktere dieses Albums täglich konfrontiert sind. Übergeordnet könnte man Eniks Musik als Indie / Electronica bezeichnen, wobei der Singer Songwriter dabei zu kurz käme. Enik führt in seiner Musik sämtliches zusammen. Da meint man fast Bon Iver’s Stimmwelt, Nick Cave’s Abgründe, Radiohead’s Elektronik und Bowie’s spätes Timbre rauszuhören. Aber eben nur fast, da er dabei immer unverkennbar Enik bleibt.

Seine erste EP „Without A Bark“ (Wonder Records) kam vor 16 Jahren auf den Markt, seither hat er vier eigene Alben produziert und veröffentlicht, darunter auch den Soundtrack zum Film „Five Years“ (2018). Er hat mit dem legendären Elektro Duo Funkstörung Songs geschrieben und weltweit Konzerte gespielt und mit Burnt Friedman auf dessen Album „First Night Forever“ kollaboriert. Enik hat über ein Dutzend Theaterstücke als Komponist und musikalischer Leiter im deutschsprachigen Raum mit seinem Sound bereichert (gerne auch mal auf der Bühne), unter anderem Woyzeck/Tom Waits am Staatstheater Mainz und zuletzt Brechts Baal am Staatstheater Augsburg. Außerdem hat er als Gastsänger mit dem Jazzpianisten Chris Gall gearbeitet, sowohl live (unter anderem am Montreux Jazz Festival) als auch auf zwei Platten für das Jazzlabel „Act“. Als Komponist und Produzent unterstützte Enik einige namhafte Künstler und wurde dafür mehrfach mit Gold und Platinplatten ausgezeichnet.

Und jetzt: „The Deepest Space Of Now“, sein neuestes Werk, dass er auf seinem eigenem Label „Brave and Dizzy Records“ veröffentlicht. Übergeordnet könnte man seine Musik als Indie / Electronica bezeichnen, wobei der Singer Songwriter dabei zu kurz käme. Enik führt in seiner Musik sämtliches zusammen. Da meint man fast Bon Iver’s Stimmwelt, Nick Cave’s Abgründe, Radiohead’s Elektronik und Bowie’s spätes Timbre rauszuhören. Aber eben nur fast, da er dabei immer unverkennbar Enik bleibt. „The Deepest Space Of Now“ sind 13 Songs, im Spannungs-feld zwischen Mörderballade und Indie-Tanzbeat, lebensbejahender Hymne und zauberhafter Melancholie, rebellischem Charme und tiefer Empathie für die Außenseiter unserer Gesellschaft. Eine Reihe an Songs auf seinem neuen Werk entstanden in Zusammenarbeit mit seinem lang-jährigen Kollaborateur Lorenz Blaumer. TES UNO, der auf Funkstörungs LP „Disconnected“ die Rap Parts übernahm, ist als Gast auf „Spit On The Ashes“ zu hören. Für „Free Bird“ lieh er sich die Stimmen des Münchner Kneipenchors.

„The Deepest Space Of Now“ ist eine immer wieder überraschend funkelnde Klangwelt und die Songs kommen stets leicht entrückt daher, weisen den Hörer aber nie ab, sondern nehmen ihn an der Hand, mit hinein in Eniks Welt. Und die sollte man erlebt haben, denn sie ist sehr schön. In „99th dream“ führt uns Enik von einem Massive-Attack-artigen Refrain in einen 70er Jahre Schlussteil mit glamourösen Streichern, ohne dass wir einen Bruch bemerkt hätten. „Strawberry Clover“ ist die zweite Single und der Opener des Albums. Tiefe Pianoflächen, ein Vocoder Chor und 70’ies Strings bestimmen den Sound dieser Songperle. „let them be ashamed of me – they don’t understand“ singt der seltsame Protagonist dieses Tracks. Geht es hier um einen gealterten, mittellosen Künstler? Um jemanden der seinen Verstand verliert? Oder handelt es sich hier um eine Zukunftsvision des Interpreten? Wie dem auch sei, besitzt dieser Song die Kraft den Hörer innerlich auf zu räumen und zu erhellen. Kein Wunder, dass Enik selbst, diesen Track als den wichtigsten dieser LP bezeichnet. „true Mf“ ist ein Track mit echtem Indiehit Charakter. Eine Mischung aus Urbanen Beats, Syntieflächen und verzerrten Vocals. „True Motherfuckers will allways find a way“ singt Enik im Refrain, der sich gerne doppelt deuten lässt. „All our dreams and all our wishes, like fukushimas three eyed fishes.“ (Quelle: Brave & Dizzy Records)

Tracklist: 
1Strawberry Clover
2Free Bird
3The Spirit Is Free
4Echoes 1996
5Mr. Superglow
6True MF
7Mountain Tops And Deap Sea Fish
8Tin Cans
9The Deepest Space of now
10Spit on the Ashes
1199th Dream
12Foam
13Spacelove

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