Das Leben ist zu kurz
für eintönige Musik.

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Platte der Woche

Coverbild: 
KW 05 01.02. - 07.02.2021

Look Alive

Artist: 
Black Pistol Fire
Erschienen: 
29.01.2021
Label: 
Membran

“Du kannst alles haben, aber wie viel willst du verlieren?”, fragt der Black Pistol Fire Sänger, Songwriter und Gitarrist Kevin McKeown im Refrain der brandneu erschienenen Single “Hope in Hell.” Ohne Zweifel eine schwierige Frage, für McKeown und seinen Partner in Crime, Schlagzeuger Owen gibt es eine einfache Antwort. 
Man müsste einfach die Fanbase fragen, die das Duo aus Toronto (jetzt Austin) über das vergangene Jahrzehnt intensiv verfolgt und supportet hat. Eine unglaublich kreative Phase in welcher fünf Alben, einige EPs und zahlreiche Singles produziert und veröffentlicht worden sind. Eine der Singles, “Lost Cause”, war dann sogar der meistgespielteste Song im Rock Radio in Kanada im Jahr 2018 und besetzte 14 Wochen lang die Top 1 der Kanadischen Charts. Sie produzierten zudem auch Musik, die für TV Shows, Filme oder Werbungen genutzt wurde.

Auf ihrem Weg spielte das Duo von Black Pistol Fire überall von den kleinsten Löchern bis zu den gigantischen Stages auf Festivals wie Lollapalooza, Bonnaroo, Sasquatch und Austin City Limits, auf welchen sie mit ihrem glühenden, Blues inspirierten Rock 'n' Roll hingebende Fans und ahnungslose Neulinge begeistern konnten - Jedes einzige Mal.

Jetzt, drei Jahre nach ihrer hochgelobten fünften Platte Deadbeat Graffiti, ist Black Pistol Fire zurück mit einem Track der noch weiter den bislang gegangen Weg verfeinert, einen Schritt weiter von ihrem explosiv leidenschaftlichen Rock n Roll zu einem Soundbild, der umfassend, cinematisch, ja gar himmlisch klingt. In Wahrheit ist “Hope in Hell”, wie die besten Black Pistol Fire Songs, ein blues-lastiges überrollendes Powerpaket, getragen von einem unantastbaren Gitarrenriff, einem heldenhaften Gitarrensolo und einem Ohrwurm als Melodie. Aber es ist so vieles mehr, von den staccato gespielten Gitarren Noten alla Geigen Zupfer, die über die Bass Line der Stophe tanzen bis zu den spukhaften schallenden “whoo-ooh’s”, die McKeowns Stimme in der Stophe unterstützen, weiter zu ominös dunklen Atmosphären, die das Fortschreiten des Albums färben. Eine weitgreifende akustische Landschaft, auf jeden Fall, die jenseits der Berge des traditionellen Rocks liegt. Aber das schließt sich klar aus der natürlichen Entwicklung der Band. Angefangen mit einer Gitarre, einem Schlagzeug und einem grünen Dodge Neon war nicht viel Möglichkeit für Experimentieren.

Seitdem haben sich Dinge aber verändert. Mit Pedalsammlungen und Drumkits, die moderne und elektronische Sounds hergeben, lassen sich deutlich mehr Farben für den Mix benutzen. Weiter noch sind sie ganz breit aufgestellt was ihren Musikgeschmack angeht, und tatsächlich, die Band zeigt klar auf Artists wie Chuck Berry und Nirvana zu Arctic Monkey, Cage the Elephant und G-Funk, die sie stark beeinflussen. “Also du nimmst all die kleinen Teile oder Elemente die du hörst und dir taugen, auch wenn sie mal nichts mit Rock zu tun haben und fragst dich, ‘wie kann man die Dinge in unsere Projekte integrieren und noch uns selbst treu bleiben’?”  Im Fall von “Hope in Hell” - einer der nicht Rock Einflüsse war sehr spezifisch. 
“Eric und ich spielen immer Cover wenn wir proben, und wir haben auch öfters komische Wahlen bei den Songs”, spricht Mckeown. “Rihanna hat einen Song namens ‘Consideration’, welchen wir schon seit ner langen Zeit spielen wollten. Es hat diesen tiefen, schweren Drumbeat in Kombination mit einem dunklen Hip-Hop Groove, ein finster klingender Song. Wir haben definitiv versucht, den Vibe auf ‘Hope in Hell’ zu projizieren.

   

Gelungen ist es, und dann paarten sie es mit KcKeowns intensivem Alles-Oder-Nichts Stimmeinsatz und Lyrik. “Ich hab mit vielen Dingen im Leben gerungen, als ich den Song und die Wörter geschrieben habe”, so McKeown. “Ein Teil davon ist der innerliche Kampf, den meiner Meinung nach jeder mal bestreitet. Der andere Teil erzählt von den Problemen und Hürden als Band, weil Eric und über die Jahre gelernt haben, dass man viel aufgeben muss um viel zu erhalten. Es beansprucht viel Inspiration und Durchhaltevermögen um das zu machen.”
Diese Inspiration ist nicht nur präsent in “Hope in Hell”, sondern auch in anderen wilden verschiedenen Singles - wie das psychedelischen “Level”, den r&b abgefärbte “Temper Temper” und den derben stampfenden “Black Halo” - die alles über das Jahr erschienen sind und auf dem neu erscheinenden Album gesammelt werden, welches im frühen 2021 erscheinen soll. 

Was verbindet die neuen Songs?

“Lyrisch und inhaltlich scheint alles sehr düster”, meint McKeown, der alle neuen Songs verfasst hat. “Aber es ist wie als ob man durch das Dunkle durchläuft.” Und Dunkelheit, ob gut oder schlecht, ist mitten im Leben vieler Menschen. “Es ist verrückt, viele der Songs, Leute sagen, dass sie genau das treffen was auf der Welt gerade passiert, obwohl sie ganz offensichtlich vor der Pandemie geschrieben worden sind. Was das Timing angeht, gibt es doch etwas was den Nagel auf den Kopf trifft. Es ist relevant für die aktuellen Tage.” 

Während die Band aktuell die Feinarbeiten für die Platte erledigt, kann man des Festmahl für die Ohren “Hope in Hell” jetzt schon genießen. Das Album steht auch schon vor der Tür. “Ich liebe es, im Studio zu sein. Ich liebe es, Musik zu machen aber live zu spielen ist unschlagbar”, schwärmt Owen. “Jedes Mal, wenn wir auf die Bühne gehen, egal ob ausverkauft oder nicht, erinnern wir uns, warum wir mit allem angefangen haben”, fügt McKeown hinzu. Und die beiden haben schon für ne lange Zeit zusammen gespielt. Kennen gelernt im Kindergarten in Toronto und beinahe seitdem schon Musik machen mit ner fast telepathischen Verbindung. “Die Live Shows sind da, wo wir uns verbessern, wo wir unsere Arbeit verfeinern. Eine Achterbahnfahrt, die Stage ist, wo wir lebendig werden.”

Die Stage ist auch, wo sie alles hinter sich lassen um wie in “Hope in Hell” schon gesagt  - alles zu haben. 

 

 

Tracklist: 
1Look Alive
2Pick Your Poison
3Holdin Up
4Never Enough
5Wildfire
6Hope In Hell
7Black Halo
8Temper, Temper
9Level
10Always On My Mind
11Beyond The Blues

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