Das Leben ist zu kurz
für eintönige Musik.

Platte der Woche

Coverbild: 
KW03 13.01. - 19.01.2020

The third eye

Artist: 
Ephemerals
Erschienen: 
10.01.2020
Label: 
Jalapeno

 

Das vierte Album der Ephemerals zeigt ihre weitere Entwicklung seit dem Alice Coltrane- inspirierten Album „Egg Tooth“ auf ihrem ständigen Prozess in der musikalischen Reise dieser Band. Ihre besondere Identität transportieren sie vor allem durch die Fusion verschiedener Stile wie Spiritual Jazz, Psychedelik und Spoken Word. Der Kern ihres Schaffens zeigt sich in den ehrlichen und prägnanten Kompositionen von Hillman Mondegreen und den starken emotionalen Gesangsleistungen von Wolfgang Valbrun.

Um die Inhalte der Songs sowieso das künstlerische Konzept gut darzustellen, hat die Band beim aktuellen Werk viel mit Recording und Mixingtechniken experimentiert. Das Ergebnis ist ein Panorama an Sounds, das durch eine starke Rechts-Links-Abmischung der Instrumente und Geräusche die weibliche und männliche Seite in einem Song und innerhalb des Individuums aufzeigt.

Für Songwriter Hillman Mondegreen ist das Album ein sehr persönliches kreatives Werk, das mit mehrdeutigen Harmonien arbeitet, um die Genderthematik zu verhandeln. Außerdem werden Polychords verwendet, um die Stärke zu demonstrieren, die ein Leben zwischen der zweigeteilten Ordnung der sozialen Geschlechter auch bedeuten kann. Modale Veränderungen arbeiten gegen die Entfremdung, die man durch klassische Komposition (in Major/Minor-Kategorien) in traditionellen Songs als Transgender empfinden kann. Obwohl der kreative Prozess aus Hillmans persönlichen Erfahrungen schöpft, ist das Ergebnis natürlich universell und Sänger Wolfgang Valbrun transportiert diese Erlebnisse in seine eigenen Erfahrungen als junger schwarzer Mann in einem fremden Land, in dem er die Sprache neu erlernen musste, um sich zurecht zu finden.

In seinen eigenen Worten ausgedrückt: „ Ich habe gehört, wie Hillman sich ihr selbst gegenüber geöffnet hat auf diesem Album. Es ist ein Album über den Lernprozess auf einer Reise, die die meisten Menschen in ihrem Leben nie entdecken werden oder viel zu spät, weil sie in ihren sozialen Konstrukten gefangen sind. Die Menschen haben Angst vor der Wahrheit und davor, sich selbst zu erkennen im verwaschenen Spiegel. So werden sie nie entdecken, was in Ihnen steckt, weil sie Angst vor den Auswirkungen haben. Wir begegnen der Angst mit diesem Album- Du kannst so etwas Intimes nicht schreiben, ohne dich selbst zum Thema zu machen.” Das erste und zweite Ephemerals Album machte einen Übergang von einer klassischen Soulband zu einem Projekt, das sich sich auch schwierigen Themenfeldern wie Depression und Suizid öffnete. Noch einmal in Valbruns Worten: „Die Band musste erst ihre Inkarnation abschütteln, um die Band zu werden, die sie heute ist“. Angekündigt wurde das ganz schlecht auf ihrem dritten Album „Egg Tooth“ über Re-Inkarnation und Wiedgeburt, eröffnet wurde es mit dem Satz „Death is the beginning“. Die Band hat sich exponentiell entwickelt während der Zeit ihrer vier Album und sie fahren fort damit,traditionelle Grenzen von Genres zu verschieben und überqueren unentdeckte musikalische Territorien. (Quelle: passionate pr.)

Tracklist: 
1Poly
2Blur
3Coral
4Electricity
5Float
6Avatar
7Origin
8Rising
9Thiefin
10Homebody
11Instagram

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