FREEFM
 
Soundcheck

Platte der Woche

Aktuelle Platte der Woche

James Blake

James Blake veröffentlicht sein neues Album The Colour in Anything. Co-produziert von Rick Rubin, zählt auch Frank Ocean zu den Gästen der gefeierten 17-Track-LP.

2013 hat James Blake (27) die internationale Musikwelt mit dem minimalistisch-introspektiven und zugleich extrem eindringlichen Electro-Sound seines Overgrown-Albums auf den Kopf gestellt hat – am 06. Mai 2016 hat er nun endlich das nächste Kapitel aufgeschlagen: Überraschend veröffentlichte Blake, der vor erst durch seinen Gastauftritt auf Beyoncés Lemonade-Album für Aufsehen gesorgt hatte, sein drittes Studioalbum The Colour in Anything, das seither via Spotify und iTunes erhältlich ist. Mit 17 Tracks und 76 Minuten Spielzeit nahezu doppelt so lang wie der gefeierte Vorgänger, hat er dieses Mal unter anderem mit Frank Ocean (Co-Songwriter) und Rick Rubin (Co-Produzent) gearbeitet. The Colour in Anything erstürmte die internationalen iTunes-Charts: In den USA und weiteren Ländern ging es direkt in die Top-5, in UK auf Platz 7 und hierzulande auf Platz 11.

„Radio Silence“ heißt der Eröffnungstrack, zugleich eine der Auskopplungen, die Blake zeitgleich zum Albumrelease veröffentlicht hat, aber die Medien schweigen keineswegs, sondern überschlagen sich seit Freitag mit Sensationsmeldungen, Lobeshymnen und längeren Features über das dritte Album, auf dem auch Tracks wie „Timeless“ und „Modern Soul“ vertreten sind: Pitchfork, NME, The FADER, Complex, der Guardian & Co. feierten die Veröffentlichung, die Blake am Abend davor in der BBC-Radioshow von Annie Mac angekündigt hatte. In Deutschland wurde er sofort nach dem Überraschungs-Release als „Aquarellist der Herzen“ (ZEIT online) für sein neues Album mit „Suchtpotenzial“ (Tagesspiegel) gelobt. Blake sei der „absolute Meister seines unverwechselbar melancholischen, in Dub getränkten Songwritings“, hieß es bei Pitchfork, die in ihrer großen Interview-Story auch viel über dessen Mitwirken an Beyoncés Lemonade-Album sprachen (Blake arbeitete an zwei Tracks mit) und The Colour in Anything als „lockerer und weniger obsessiv“ feierten.

Hatte er auf dem erfolgreichen Vorgänger Overgrown unter anderem mit RZA vom Wu-Tang Clan und Brian Eno gearbeitet, sind dieses Mal Frank Ocean – allgemein ein wichtiger Einfluss als Songwriter –, sein alter Freund Justin Vernon (Bon Iver; „I Need A Forest Fire“), Gastmusiker Connan Mockasin und der Co-Produzent Rick Rubin beteiligt, in dessen Shangri-La Studios in Malibu auch weite Teile der neuen LP aufgenommen wurden. „Alle Künstler lieben James Blake“, wurde Rubin im britischen Guardian zitiert, der Blakes neues Werk als „Coming of Age“-Album bezeichnete und seine besondere Art, „mit Raum und Stille zu arbeiten“ betonte.

Nach seinem Platz #2 beim „Sound Of 2011“-Ranking der BBC ging alles Schlag auf Schlag für James Blake: Es folgten Nominierungen bei den BRITS und für den Mercury Prize, Hits wie „Limit To Your Love“ und parallel dazu sein gleichnamiges erstes Album, das „erste bemerkenswerte Pop-Debüt des neuen Jahres“ (SZ), das international die Charts erstürmte und in Deutschland auf Platz #27 landete. Anstatt sich auszuruhen, brachte James Blake danach mehrere EPs raus und glänzte auf der Bühne – ein frühes Konzert im Berliner Berghain beschrieb die Berliner Zeitung nicht ohne Grund als „zum Niederknien”: „Es war das größte und tollste Konzert, das seit langem in Berlin auf irgendeiner Bühne zu sehen war.“

Mit dem zweiten Studioalbum Overgrown eroberte Blake dann im Jahr 2013 sogar die Top-3 der iTunes-Charts in Deutschland und UK, wo die LP auch die offiziellen Top-10 aufmischte: Es war ganz klar das „ruhigste, asketischste Album, das jemals in den UK-Top-10 zu finden war“, so der Guardian. Seither präsentierte er sein einzigartiges Gespür für vertonte Zerbrechlichkeit und Bass-Urgewalt auch in unzähligen Radio-Residency-Shows für die BBC – in denen das „Wunderkind des britischen Pop“ (Spiegel) auch seinen Humor nicht zu kurz kommen ließ.

Auf The Colour in Anything erlaubt der größere Rahmen – 76 Minuten, 17 Tracks – dem Sänger mit der Falsett-Stimme, neben der Melancholie auch noch ganz andere Stimmungen und Farben zu präsentieren – das sind die „Colours“, die er im Titel anspricht. Apropos Farben: Das Cover des dritten Albums wurde von Sir Quentin Blake beigesteuert, sonst bekannt für seine Illustrationen für den Autor Roald Dahl.

Tracklist:
01. Radio silence
02. Points
03. Love me in whatever way
04. Timeless
05. F.o.r.e.v.e.r.
06. Put that away and talk to me
07. I hope my life
08. Waves know shores
09. Choose me
10. I need a forest fire
11. Noise above our heads
12. The colour in anything
13. Two men down
14. Modern soul
15. Always
16. Meet you in the maze

The Colour In Anything (kw22 30.05. - 05.06.2016)
Polydor (Universal Music)
27.05.2016

 

Frühere Platten der Woche

Inhalt abgleichen

Now on air >>Livestream >>

Aktuelle Playlists

 
 
Impressum