Gegen Stumpfsinn
und Langeweile

aus dem Äther.

Landestag der Psychologie

In unserer Gesellschaft werden Erfolg und Leistung sehr oft gleichgesetzt oder das eine als logische Folge des anderen angesehen. Dies ist ein Missverständnis mit weitreichenden Folgen, denn eine unmittelbare Beziehung zwischen Leistungsverhalten und -ergebnis im Sinne von Erfolg ist nicht generell gegeben. Wie lässt sich Erfolg auf verschiedenen Gebieten und bei gleichzeitiger Berücksichtigung sehr unterschiedlicher Wertvorstellungen durch psychologische Kompetenz fördern? Genau mit diesem Thema befasst sich der diesjährige Landestag der Psychologie in Stuttgart. Vorgestellt werden Ansätze und Konzepte aus der Wirtschafts-, Finanz- und Klinischen sowie der Architekturpsychologie, aus der Psychologischen Lerntherapie, der Rehabilitation schwer psychisch Kranker sowie der Berufs- und Laufbahnberatung. Die Veranstaltung findet am 14. Juli 2018 von 9.30 bis 16.30 Uhr im Haus des Sports „SpOrt“ im Stuttgarter Neckarpark statt.

Nach der Eröffnung und kurzen Impulsvorträgen wird PD Dr. Jan Rummel (Uni Heidelberg) über Achtsamkeitsinterventionen und ihre mögliche Eignung zur Leistungssteigerung sprechen und wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit vorstellen. Warum Menschen dem Geld in entscheidenden Situationen die Navigation für ihr Handeln überlassen und warum das bei vielen nicht zum Erfolg führt, erklärt eine der ganz wenigen Finanzpsychologinnen Deutschlands, Monika Müller, unter dem Titel „Erfolg kommt, wenn ich tue, was ich wirklich tun will!“. Dem Erfolg der auf den ersten Blick zum Misserfolg Verdammten – schwer psychisch Kranken – widmet sich Diplompsychologe Michael Ziegelmayer, der aus einer baden-württembergischen Reha-Einrichtung berichtet, die dieser Patientengruppe zu einer neuen Lebensperspektive verhilft.

Wodurch Psychologische Berufsberatung gerade mit Blick auf einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben oder einen notwendig gewordenen Umstieg in ein anderes Arbeitsgebiet besonders erfolgversprechend ist, erklärt Dr. Dörthe Beurer. Die Psychologin schöpft ihre Erkenntnisse aus wissenschaftlicher und inzwischen auch praktischer Arbeit als Coach in der Berufs-, Laufbahn- und Personalberatung. Mit Markus Langer (Uni des Saarlandes) wirft der Landestag einen Blick auf Veränderungen, die durch Künstliche Intelligenz auf die Gesellschaft zukommen, Erfolg befördern aber auch behindern können, wenn z.B. Personalauswahlentscheidungen auf kritikloser Datenauswahl beruhen oder man versucht, psychische Krankheiten automatisiert vorherzusagen.

Der Architekturpsychologe Andreas Hegenbart entführt die Teilnehmer gedanklich in Arbeits- und Wohnräume, in denen Menschen viel Zeit verbringen. Der Wirkung dieser Räume – erfolgsfördernd oder -hinderlich – sind sie sich kaum bewusst. Würden moderne Bürokonzepte nicht mehr nur unter ökonomischen und technischen, sondern auch unter psychologischen Gesichtspunkten gestaltet,  könnte sich das als lohnende Investition erweisen und ein gutes Argument beim Gewinnen und Halten rarer Fachkräfte sein, so seine These.

In die optimale Bildung ihrer Kinder im Interesse des späteren beruflichen Erfolgs sind auch viele Eltern bereit zu investieren. Sie setzen sich und die Kinder, manchmal auch Lehrer unter Druck, geben Geld für Nachhilfe oder Beratung durch in vielen Fällen nicht ausreichend qualifizierte Lerntherapie aus. Was Psychologische Lerntherapie in diesem Kontext bei Kindern mit Störungen im Arbeits- und Leistungsverhalten, Lern- und Teilleistungsstörungen bewirken kann, erläutert Diplompsychologe Helmut Wexler.

Die Veranstaltung der Landesgruppe Baden-Württemberg des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen wendet sich an Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Journalisten sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Bildung und Erziehung. 

Um Anmeldung wird gebeten unter: https://bdponline.de/web/baw/lpt.html

Datum: 
Samstag, 14. Juli 2018 - 9:30
Ort: 
Haus des Sports im Stuttgarter Neckarpark
Eintritt frei