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Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der Zeitschriften-Redaktion des Informationszentrum 3. Welt in Freiburg (iz3w). Mit dem südnordfunk sendet das iz3w seit Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung bei Radio Dreyeckland in Freiburg. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten und Stimmen aus dem globalen Süden. Jetzt auch auf Radio free FM. Siehe auch Radio Dreyeckland - südnordfunk

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Südnordfunk #68

Dear White People - Check your Privilege

Das Freiburger Symposium „Dear White People …“ geht in die zweite Runde! Diesmal heißt es „Check Your Privilege!« Es beschäftigt sich mit Critical Whiteness, Intersektionalität und Dekolonisierung von Entwicklungspolitik – diskursiv, ästhetisch und erlebnisorientiert.
Der Süd Nord Funk legt daher seinen Schwerpunkt auf Kritisches Weißsein und sprach zudem mit den beiden Aktiven/Veranstalterinnen Isabelle Ihring und Johanna Dangel über den Fokus und die Notwendigkeit eines solchen Symposiums. (Interview: Eva Gutensohn)

Kritisches Weißsein

Seit Jahrhunderten wurde das gesellschaftliche Problem des Rassismus mit Blick auf die Betroffenen besprochen. Ohne Wirkung. Daher ist es notwendig, ein anderes Gespräch zu führen und zwar mit dem Blick auf diejenigen, die Vorteile davon haben, dass es Rassismus gibt – also weiße Menschen. Der Schwarze Aktivist Tsepo Andreas Bollwinkel erklärt im Interview, was „Kritisches Weißsein“ heißt und warum sich weiße Menschen mit ihrem Weißsein beschäftigen sollen. Im Rahmen des Symposiums „Dear White People Vol. 2 – Check your privilege“ wird er auch am 11. Januar einen Kurzworkshop in Freiburg zum Thema geben. (Interview: Adèle Cailleteau)

Die Anfänge der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland

Wie eine Wüste – so beschreibt Mario Santiago Freiburg für schwarze Menschen in den 70er Jahren. Neue Räume außerhalb rassistischer Systeme, neues Wissen, neue Austauschmöglichkeiten und Netzwerke – darum ging und geht es der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland. Mitte der 80er startete sie in Freiburg. (Beitrag von Anna Trautwein)

Musik von Babel Projekt
Immer wenn die babylonische Sprachverwirrung dem Interkulturellen Austausch Grenzen setzt, bleibt als letzte Bastion des Dialoges die Musik, die als universelle Sprache alle Mauern überwindet, die keine Nationalitäten und keine Grenzen kennt.

Im Geiste dieser Idee schuf der in Freiburg lebende Algerische Musiker Ahmed Abdelali 2017 die „Initiative Babel Lokalklang“, unter deren Dach Freiburger MusikerInnen aus über 15 Nationen ihre Musik zu einem neuen Klang verschmelzen…

 
 
Sendezeit : Mittwoch 12/02/20   22:00 - 23:00 Uhr

Südnordfunk # 65 Proteste in Haiti, Ägypten, Sudan

Haiti Reportage: Wenn eine Energiekrise ein Land regiert

Was bedeutet es, wenn einem Land der Treibstoff ausgeht, dessen Bevölkerung weitgehend arm ist? Wenn die Generatoren der Krankenhäuser ausfallen, wenn die Menschen kein Kerosin mehr zum Kochen haben und der Verkehr zum Erliegen kommt? Dieser Tage ist genau das – zum wiederholten Male – in Haiti der Fall. Die Staatskassen sind leer, die Tankstellen ebenso. Benzin und Diesel werden auf dem Schwarzmarkt für den vierfachen Preis gehandelt. Mitte September kam es zu einem Generalstreik, die Schulen blieben geschlossen.

Tausende protestieren seither auf den Straßen, sie fordern den Rücktritt des Präsidenten. Die Gründe für die sozialen Missstände im ärmsten Staat der Karibik sind indes kompliziert…

Ägypten Interview: Neue Massenproteste auf den Straßen

Rund acht Jahre nach dem Arabischen Frühling, der auf dem Tahrir Platz in Kairo begann, steht das Land erneut auf. Seit dem 20. September machen Massenproteste in den ägyptischen Städten deutlich: Das Regime al-Sisi ist weithin unerwünscht. Wo werden die Proteste hinführen? Und wo steht das Militär?

Sudan Interview: Wie stehen die Chancen für den Frieden im Sudan?

Fast drei Monate sind vergangen, seit die Proteste gegen die Militärführung im Sudan gewaltsam niedergeschlagen wurden. Doch die Protestbewegung gab nicht auf. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum ist inzwischen das Kabinett der neuen Übergangsregierung vorgestellt worden. Das aus Militärvertretern und ZivilistInnen bestehende Gremium soll eine gut dreijährige Übergangsphase leiten, das Ziel sind Neuwahlen. Wie stehen die Chancen für den Frieden und für demokratische Strukturen im Sudan?

Was erhoffen sich die Menschen von den politischen Veränderungen? Warum stehen sie dem Militär misstrauisch gegenüber? Und wie haben die Ereignisse das politische Bewusstsein im Land geprägt? Darüber sprach der südnordfunk mit Aisha Hassan, die in Sudans Hauptstadt Khartoum lebt und arbeitet.

 
 
Sendezeit: Mittwoch 13.11.2019 / 23:00-24:00 Uhr
 

Südnordfunk #66 / Widerstand in Chile und Brasilien

# Klage gegen EU wegen Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer

Am Wochenende hat Italien ein Abkommen mit Libyen verlängert, das die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache regelt. Ob das menschenrechtskonform ist, wird verschiedentlich angezweifelt. Deshalb verklagen zwei Anwälte die EU vor dem Internationen Strafgerichtshof. Ihr erster Vorwurf: Italien und die EU machen sich in ihrer Kooperation mit der aus Milizen bestehenden Küstenwache im Rahmen der Mission Sophia strafbar. Ihr zweite Vorwurf: Mit der Mission Sophia war nachweislich kalkuliert, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Maren Streibel hat einen der beiden Anwälte, Omer Shatz, getroffen.

# Chile ist aufgewacht – über die aktuellen Proteste

Unter dem Slogan „Chile ist aufgewacht“ gehen in Santiago und anderen großen Städten Chiles rund eine Million Menschen gegen die Politik der Regierung Sebastián Piñeras auf die Straße. Diese antwortet mit Repression und versucht durch minimale soziale Reformen zu befrieden. Wir betrachten die Hintergründe und den Charakter der Proteste.

# Landnahme in Brasilien – indigener Widerstand

Ein Gespräch mit einer indigenen Vertreterin der Munduruku über indigenen Widerstand im Amazonas. Sie berichtet über den Landraub indigener Terrotirien durch staatliche und private Bauvorhaben und davon, wie sich die Rechte Indigener unter Bolsonaro verändert haben.

Quelle: https://www.freie-radios.net/98248

Sendezeit: Mittwoch 13.11.2019 / 22:00 - 23:00 Uhr

#59 südnordfunk -Ukraine fünf Jahre nach dem Maidan / Afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

*** Ukraine fünf Jahre nach dem Maidan

Mehr als fünf Jahre nach dem Maidan in der Ukraine sind noch lange nicht alle Geschichten erzählt. Hört her, was Katja Pavlova von CRISP (Conflict Transformation and Civic Education) und die Zeitzeug_innen vom Euromaidan zu sagen haben. Die Berliner Organisation CRISP steht für „Crisis Simulation for Peace“. Sie organisieren politische Planspiele mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken und Konflikte zu bewältigen.

In jüngster Zeit stand bei CRISP die Ukraine im Mittelpunkt, genauer gesagt die Proteste auf dem Maidan. Anfang 2018 haben sie in Zusammenarbeit mit der Kunst- und Informatik Abteilung der Hochschule für Bildende Künste Saar und ISKRA, dem „Zentrum für Dialog und Versöhnung“ eine Hörspielapp veröffentlicht, die die Geschehnisse vor gut 5 Jahren nochmal ins Gedächtnis rufen soll: mit dem Smartphone in der Tasche kann man sich so auf den Originalschauplätzen unterschiedliche Geschichten erlaufen.

Den Protesten auf dem Maidan, die immer blutiger wurden, folgte die Russische Annexion der Krim, was den Euromaidan regelrecht absorbierte. Alle Aufmerksam war nun auf die Ostgrenze gerichtet.

Im April 2019 steht eine neue Präsidentschaftswahl in Kiev an. Das größte zu lösende Problem bleibt der Umgang mit der Korruption im Land sowie die Aggressionen Russlands auf der einen Seite und die Annäherung an die EU auf der Anderen.

Die drei Top-Kandidat_innen nach der Vorwahl sind immerhin EU-Befürworter_innen. Der Spitzenkandidat ein politisch unerfahrener Komiker………….

Ihr hört Ausschnitte aus der App Hidden Memories und die Projektmitarbeiterin Katja Pavlova, die damals selbst Aktivistin auf dem Euromaidan war.

***Afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

... die sammelt und veröffentlicht das Label Ostinato Records. Sie sind der ungehörte Soundtrack der Geschichte des Globalen Südens. Der südnordfunk hat mit dem Label-Gründer Vik Sohonie gesprochen um herauszufinden, welche Idee hinter dem Label steckt und wie man die raren Scheiben und Bänder mit den begehrten Klängen findet.

Auch wenn der Begriff „Ostinato“ lateinischen Ursprungs ist, so gibt es keinen Kontinent dessen Musikkulturen die Tradition des repetitiven Riffs oder des repetitiven Rhythmus (ostinato) so sehr zelebrieren wie Afrika und auch in der Karibik und in Lateinamerika. Vielleicht war es das, was Vik Sohonie zu afrikanischer Musik hingezogen habe, schon lang bevor er ein Label gründete – die unglaublich ausgefeilten Arten diese Melodien und Rhythmen zu halten und zu wiederholen, um einen vielschichtigen, tiefen und komplexen Sound entstehen zu lassen. Diese Ostinatos lassen sich in der Musik Kubas, auf Haiti, in Brasilien, in Nigeria, in Angola und Somalia finden.

Für Vik Sohonie sind sie das gemeinsame Merkmal der Musik, die er veröffentlicht. 2017 hat Vik das Album Sweet as Broken Dates: herausgebracht, mit Musik aus dem Somalia der 1970er und 80er Jahre. Im September 2018 kam Two Niles To Sing A Melody – The Violins and Synths of Sudan heraus. Seine neuste Veröffentlichung ist eine Compilation der Star Band De Dakar, mit afrokubanischem Psychedelic aus dem Senegal.

 
 
Sendezeit: Mittwoch 21/08/19 , 23:00 - 24:00 Uhr
 

# 63 südnordfunk: Honduras / Naher Osten

# Honduras: Der Präsident und die Macht

Wie funktioniert die Diktatur von Präsident Juan Orlando Hernández? Ein Erklärvideo von Radio Progreso aus Honduras fasst eindrücklich zusammen, wie derzeit in dem lateinamerikanischen Land die Demokratie attackiert wird.

# Honduras: Friedlich protestierende Studierende fürchten in Honduras um ihr Leben

Darwin Sánchez war Teil der studentischen Protestbewegung in Choluteca und wurde in diesem Rahmen kriminalisiert. Er sah sich gezwungen, Honduras zu verlassen. Im Interview schaut er auf die Verfolgung der Studierenden.

# Honduras: Hassverbrechen gegen LGBTI*

Für die Täter herrscht fast vollständige Straflosigkeit. Wir sprachen mit dem freien Journalisten Knut Henkel, der u.a. mit der LGBTI*-Menschenrechtsaktivistin Gaba Sahory Reyes aus Honduras arbeitet.

# Außerdem: Kann es einen Vertrag über Atom- und Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten geben?

Im Interview: Sharon Dolev, Gründerin und Leiterin der israelischen Abrüstungsbewegung, und Emad Kiyaei, Mitwirkender beim Projekt Middle East Treaty Organization (METO), über die Abrüstungsbemühungen zur Beseitigung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten.

 
 
Sendezeit: Mittwoch 21/08/19 , 22:00 - 23:00 Uhr
 
 
 

südnordfunk #62: Sudan / Uganda / Brasilien / Honduras

# Sudan: Warum das Militär die Macht nicht abgeben will

Seit Ende vergangenen Jahres gibt es massive Proteste im Sudan. Diese haben im April 2019 zum Sturz des langjährigen Präsidenten Omar al-Bashir geführt. Doch die Proteste gehen weiter, denn das Militär hat nun die Macht übernommen und weigert sich bislang, diese an das Volk abzugeben. Mit Dr. Mahmoud Abdelkarim, einem sudanesischen Arzt in Freiburg, haben wir über die aktuellen Geschehnisse und die Hürden für einen politischen Wandel im Sudan gesprochen.

# Norduganda: Die Narben des Bürgerkrieges sind noch nicht verheilt

Über 20 Jahre terrorisierte die Lord's Resistance Army (LRA) die Bevölkerung in Norduganda. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden vertrieben und über 66.000 Kinder zwangsrekrutiert. Bis heute leidet die Bevölkerung unter den Folgen des Bürgerkriegs, der von 1986 bis 2006 tobte. Wir sprachen mit Esther Arach von der Organisation FOWAC (Foundation for Women Affected by Conflicts) darüber, wie der Bürgerkrieg in Uganda erinnert wird und warum gerade Frauen bis heute mit dem Erbe des Krieges gewaltsam konfrontiert werden.

Wir sprachen mit Esther Arach von der Organisation FOWAC (Foundation for Women Affected by Conflicts) darüber, wie der Bürgerkrieg in Uganda erinnert wird und warum gerade Frauen bis heute mit dem Erbe des Krieges gewaltsam konfrontiert werden.

# Brasilien: Verfahren gegen Expräsidenten Lula neu aufgerollt

Der brasilianische Expräsident Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT war im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2018 als Favorit gehandelt worden, bevor er inhaftiert wurde und somit aus dem Rennen war. Nun erhärten sich Indizien, dass die die Vorwürfe zu Korruption erfunden seien. Geleakte Dokumente enthüllen, dass Staatsanwält*innen schwerwiegende Zweifel an der Schuld Lulas hegten. Die Inhaftierung von Lula half, den Weg für die Wahlen des ultrarechten ehemaligen Offizier Jair Bolsonaro zu ebnen. Der hatte dann seinerseits Richter Sérgio Moro zu seinem Justizminister ernannte. Jetzt werden Stimmen laut, Moro solle zurücktreten. Dieser weist alle Schuld von sich.

Democracy Now! sprach mit dem Journalisten und Pulitzer-Preis Gewinner Glenn Greenwald von The Intercept in Rio de Janeiro, dessen Berichte auf einem Fund von internen Akten und privaten Gesprächen der Staatsanwaltschaft zum Fall Operation Lava Jato basiert. Wir haben Auszüge übersetzt.

# Honduras: Zehn Jahre nach dem Putsch

Viele Menschen aus den sozialen Bewegungen in Honduras üben zehn Jahre nach dem Putsch noch immer Widerstand und sind auf den Straßen. Einige ließen ihr Leben, ermordet von Polizei oder Militär. Sie wurden bei Protesten erschossen, ermordet von Auftragskillern oder Opfer von Hassverbrechen gegen Frauen, LGBTI und Andersdenkende. Andere sind geflohen, weil sie bedroht wurden oder bereits Attentate auf ihr Leben überlebt hatten, und leben heute im Exil.

Radio ONDA fragte, wie die Menschen aus der Opposition und den sozialen Bewegungen die Situation heute sehen, zehn Jahre nach dem Putsch vom 28. Juni 2009.

Quelle: https://www.freie-radios.net/96146

südnordfunk #61 Enttäuschte Hoffnung auf Frieden in Kolumbien

Offiziell herrscht Frieden in Kolumbien. Und tatsächlich ist seitdem die Zahl der bewaffneten Konflikte in dem Land zurückgegangen. Dennoch sind viele Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen von Gewalt betroffen. Wie steht es um den Frieden?

Fünfzig Jahre lang tobte in Kolumbien ein Bürgerkrieg zwischen staatlichen Gruppen, rechten Paramilitärs, linken Guerillas und anderen Gruppen. Über 200.000 Menschen kostete der Konflikt das Leben. Im November 2016 wurde dann ein Friedensvertrag unterschrieben und die KämpferInnen der linken Guerillagruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - Volksarmee) gaben zum größten Teil ihre Waffen ab.

Offiziell herrscht Frieden in Kolumbien. Und tatsächlich ist seitdem die Zahl der bewaffneten Konflikte in dem Land zurückgegangen. Dennoch sind viele Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen von Gewalt betroffen.

# Nach dem Friedenschluss: Die Menschenrechtslage in Kolumbien ist verheerend

Seit dem Friedensschluss sind soziale Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen zunehmend Drohungen, Angriffen und Morden ausgesetzt. Leonardo Díaz ist Anwalt und arbeitet als Koordinator des Programms Somos Defensores, das seit 20 Jahren Prävention und Schutz für bedrohte soziale Organisationen und Einzelpersonen aus dem Menschenrechtsbereich anbietet. Onda hat mit ihm gesprochen.

# Spotlights - Kurznachrichten aus Kolumbien

# Wie steht es um die ehemaligen FARC-Kämpfer*innen?

Um sich im zivilen Leben zurecht zu finden, sollen die FARC Kämpfer und Kämpferinnen nach ihrer Entwaffnung vom Staat unterstützt werden. So steht es zumindest im Friedensvertrag. Doch die neue Regierung bremst bei der Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpfer*innen, wo es geht - mit potenziell verheerenden Folgen für den Friedensprozess.

Malin Gütschow und Lisa Westhäußer waren für den südnordfunk in einer Wiedereingliederungszone in Kolumbien unterwegs und sprachen mit Alke Jenns vom Arnold- Bergsträsser Institut Freiburg.

Deutsche Waffen für kolumbianische Kindersoldaten

# Bewährungsstrafen im SIG-Sauer-Prozess

Am 3. April fiel vor dem Landgericht Kiel das Urteil gegen den deutschen Rüstungsproduzenten SIG-Sauer wegen illegaler Waffenexporte nach Kolumbien. Die Kleinwaffen von SIG-Sauer waren dort von Polizei, Militär, Paramilitärs und Guerillas benutzt worden - und selbst in die Hände von Kindersoldaten geraten.

Radio Deyeckland sprach darüber mit dem Rechtsanwalt Holger Rothbauer von der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel“. Sie hatte das Urteil ambivalent bewertet: Einerseits wird SIG-Sauer mit 11 Millionen Euro eine hohe Geldsumme eingezogen. Andererseits kamen die beschuldigten Führungskräfte der Firma mit Bewährungsstrafen davon.

 
 

Südnordfunk #60

Krise in Venezuela / Palmölfront in Indonesien

# Stimmen zur humanitären und politischen Lage in Venezuela

Es ist schwieriger denn je, sich bezüglich der derzeitigen humanitären und politischen Lage in Venezuela eine Meinung zu bilden. Maduro oder Guido erklären sich gegenseitig als gescheitert und - sich selber - als die "wahren" Stimmen des Volkes. Beide Seiten proklamieren die Macht und die Unterstützung des Militärs für sich. Der südnordfunk macht verschiedene Stimmen hörbar, die es erlauben, ein differenziertes Bild zu zeichnen. Unter anderem:

Jeffrey Sachs vom Center for Economic and Policy Research Tuki Jencquel, Filmemacher und Regisseur von Está Todo Bien Eva Golinger, us-amerikanisch/venezolanische Journalistin Moritz Krawinkel von medico international Héctor Orlando Zambrano, Abgeordneter der Regierungspartei PSUV Edgardo Lander von der Bürger*innenplattform für die Verteidigung der Verfassung Carlos Ron, venezolanischer Vize-Minister für auswärtige Beziehungen mit Nordamerika

#Die Palmölfront in Indonesien: Droht Westpapua ein neuer Boom?

Eigentlich wollte die EU ihre Klimapolitik vom Palmöl für Treibstoffe befreien. Im April befürwortete das Europäische Parlament eine delegierte Rechtsakte, die dem Import von Palmöl für die Herstellung von "Biodiesel" – so befürchten Umwelt- und Bauernverbände - eine Hintertüre öffnet. Hauptlieferant der EU ist Indonesien. Wie hier der Anbau der Ölpalmplantagen politisch durchgesetzt wird, darüber sprach der südnordfunk mit dem Wissenschaftler Selwyn Moran. Fokus ist die Plantagenpolitik in Westpapua.
Teil 1: Palmölindustrie in Indonesien
Teil 2: Entwicklungen in Westpapua

# Rodrigue Péguy Takou Ndie von Afrique-Europe-Interact über sein Buch „Die Suchenden“

Vor ihm Ungewissheit, hinter ihm Leiden, in ihm Verzweiflung. Ein Zurück gibt es für den Suchenden nicht, denn „wer als Verlierer zurückkehrt, legt sich eine Kreuzotter um den Hals“. Der Roman „Die Suchenden“ von Rodrigue Péguy Takou Ndie ist schonungslos. Er analysiert die traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus mit einem Sinn fürs Absurde. Mit dem Autor sprach Rufine Songue.

 

Textquelle: freie-radios.net/95204

 

Südnordfunk #55 #56

#55 Karavane in Mexico:

#Ganz Mexiko ist eine Grenze

Während sich weltweit aller Lager der Politik dieser Tage über den Global Compact on Migration ereifern, ist Migration für tausende Lebensrealität. Diese birgt einige Chancen, aber vor allem viele Gefahren und Begegnungen mit den Repressionsapparaten derjenigen, die den UN Migrationspakt als gefährlichen Eingriff in ihre staatliche Souveränität betrachten. Der südnordfunk hat Menschen der Karawane aus Mexiko befragt. Was tun in Anbetracht der Drohgebärden von Präsident Trump? Wie sieht die Migrationspolitik der Herkunftsländer aus? Trump lässt indes an den Grenzen weiter aufrüsten und will die Karawane mit Gewalt gegen Menschen zur Umkehr bewegen.

Die aktuelle Situation ist ungewiss. Einige erschöpfte Menschen der Karawane haben aufgrund der fehlenden Versorgung in der Grenzstadt Tijuana entschieden, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Einige versuchten, die Grenze zu überqueren und wurden mit Tränengas empfangen. Bis heute warten zahlreiche Migrant*innen in Tijuana auf ein Asyl in den USA.

#Warum #FEMALE PLEASURE ein wichtiger Film ist

„Frauen werden benutzt“, so heißt es an einer Stelle in dem Dokumentarfilm #FEMALE PLEASURE, „um Männerfantasien zu erfüllen.“ Fünf junge Frauen wenden sich gegen die Unterdrückung der weiblichen Sexualität – in ihren jeweiligen Herkunftsregionen. Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav kämpfen gegen eine hypersexualisierte Welt und gegen die vorherrschende Sexkultur für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander der Geschlechter und für selbstbestimmte Sexualität und Befreiung. Dabei sind vor allem Mut, Kraft und Lebensfreude ihre Begleiterinnen.

# Lesung aus dem Roman MA von und mit Aya Cissoko

"Ma" ist ein autobiografischer Roman. Die Autorin Aya Cissokos schreibt über ihre Mutter, die nach dem Brandanschlag auf ihre Wohnsiedlung in einer Pariser Banlieu ihren Mann und eine Tochter verliert. Entgegen der Tradition ihres Herkunftslandes Mali entschließt sich Ma, erneut zu heiraten. Alleinerziehend in Frankreich, versucht sie, ihre anerzogenen Werte aus Mali an ihre Tochter weiterzugeben. Doch das Leben kommt einem Drahtseilakt gleich, zwischen Tradition und Moderne, alter und neuer Heimat.

Ma ist ein feministischer Roman. Hier ein Ausschnitt aus einer Lesung im November mit Aya Cissoko und Beate Thill, der Übersetzerin ihres Buches. Neben der Autorin liest die Sprechkünstlerin Ariane Zeuner Ausschnitte aus der deutschen Übersetzung. Beate Till stellt Aya Cissoko nochmal vor und sie übersetzte das Gespräch mit der Autorin.

Das Buch ist erhältlich im Verlag Das Wunderhorn [ISBN 9783884235720] gebunden für 24,80 EUR.

#Rezension: Die Spinne von Maschad - von Mana Neyestani // rezensiert von Patrick Melber - gelesen von Birgit Huber

 
 
 

 

Sendezeit: Mittwoch 20/02/19, 22-24 Uhr

FriedensmacherInnen in der Casamace / Frauen auf der Flucht

"Die Frauen? Nie im Leben!" Vom Alltagsgeschäft der Friedensmacherinnen

Der gewaltsame Konflikt in der Casamance im Süden des Senegal ist als „längster Konflikt des afrikanischen Kontinents“ weithin in Vergessenheit geraten. Er trieb seit 1982 über 250.000 Menschen in die Flucht. Während die mächtigen Akteure – der senegalesische Staat, die im Krieg verwickelten Nachbarländer Gambia und Guinea-Bissau sowie die Rebellengruppen – den Konflikt bisher nicht lösen konnten oder wollten, leisten die Betroffenen, die in diesem Krieg gar nicht mitspielen, täglich Friedensarbeit. Das sind vor allem Frauen. Ein Feature von Anna Trautwein und Martina Backes.

Frauen auf der Flucht – Blick in den arabischen Raum

Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon bis zu 80 Prozent Frauen und Kinder. Die Mehrheit flüchtet nur über die Grenze ins Nachbarland. Die meisten möchten ihre Heimat eigentlich gar nicht verlassen oder zumindest in der Region bleiben. Andere haben als erklärtes Ziel den Westen. In die so genannte „Festung Europa“ vordringen tun allerdings nur die wenigsten. Der Beitrag beleuchtet juristische Hürden und engagierte Schritte von Frauen, die sich für eine bessere Gesetzgebung und Beratung von Flüchtlingen einsetzen. Ein Feature von Eva Gutensohn.

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Donnerstags 18.00 – 19.00 Uhr 4wöchig, nächste Sendung am 20.06.2024

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29. Nov. 2014

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Do., 20.06. | 18.00 - 19.00 Uhr

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