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Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der Zeitschriften-Redaktion des Informationszentrum 3. Welt in Freiburg (iz3w). Mit dem südnordfunk sendet das iz3w seit Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung bei Radio Dreyeckland in Freiburg. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten und Stimmen aus dem globalen Süden. Jetzt auch auf Radio free FM. Siehe auch Radio Dreyeckland - südnordfunk

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Südnordfunk #74

Rechte Gewalt - alltäglich und unsichtbar

Gewalt ist das grundlegende Element rechter Ideologien weltweit. Jeden Tag werden Minderheiten, linke Aktivist*innen und andere Menschen, die nicht in rechte Weltbilder passen, ermordet, angegriffen oder bedroht. Diese Gewalt ist häufig nicht sichtbar: Rassistische Denkmuster machen die Opfer selbst für die Übergriffe verantwortlich, staatliche Institution nehmen rechte Gewalt nicht ernst oder sind sogar selbst in sie verwickelt. Im Südnordfunk # 74 im Juli blicken wir unter anderem auf die Verbindungen zwischen Regierung und rechten Paramilitärs in Kolumbien, die für die zunehmenden Morde an Aktivist*innen Sozialer Bewegungen verantwortlich sind. Außerdem berichtetet die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn und die Rolle der Orbán Regierung.

"Ich kann nicht atmen"

Anfang Juni sind in Deutschland zenhntausende Menschen gegen strukturellen Rassismus auf die Straße gegangen. Nach dem erneut ein schwarzer Mensch, George Floyd, in den USA durch Polizeigewalt gestorben ist, scheint das Thema endlich mehr Sichtbarbkeit auch in Deutschland zu bekommen. Ein Ende des rassistischen Normalzustandes, wie ihn migrantische Menschen beschreiben? Nein!, argumentiert das Editorial der aktuellen iz3w-Ausgabe.  Ein Kommentar zur Rassismusdebatte in Deutschland von Larissa Schober.

Manche Menschen trauen sich kaum mehr vor die Tür

Rechte Gewalt ist oft unsichtbar für Menschen, die sich mit dem Phänomen nur auseinandersetzen müssen, wenn sie nach einem rechten Anschlag wie zuletzt in Hanau die Zeitung aufschlagen. Alltäglich und eine ständige Bedrohung ist sie für diejenigen, die nicht ins rechte Weltbild passen: Migrant*innen, People of Color, queere Menschen, linke Aktivist*innen. Die Perspektive der Betroffenen kommt in der Gesellschaft dabei viel zu wenig vor. Das erklärt Sara Haupenthal im Interview. Sie leitet das Projekt CURA – Opferfonds Rechte Gewalt bei der Amadeu Antonio Stiftung. Mit dem Fonds werden Betroffene finanziell unterstützt. Das Interview führte Lisa Westhäußer.

Bäuerlicher Aktivismus und rechte Morde in Kolumbien

In Kolumbien besteht eine regelrechte Allianz zwischen Staat, rechten bewaffneten Gruppen und kapitalistischen Interessen. Seit Jahrzehnten ermorden rechte Paramilitärs gezielt Aktivist*innen aus sozialen Bewegungen. Die Paramilitärs setzen dabei die Interessen von Drogenbaronen und Großgrundbesitzern durch. Interessen, die auch der aktuelle Präsident Duque vertritt. Duque lässt die Morde an den Aktivist*innen einfach so geschehen. Opfer dieser Morde werden Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte einsetzen, für den Zugang zu Land und gegen große Bergbauprojekte, an denen häufig auch europäische Firmen beteiligt sind. Auch Jorge Enrique Oramas kämpfte gegen ein Bergbauprojekt im Departamento Valle de Cauca im Südwesten Kolumbiens. Er wurde Mitte Mai ermordet. Mutige Landrechtsaktivistinnen begehren auf gegen die staatlich gewollte rechte Gewalt. Ein Beitrag von Claudia Patricia Ghitis.

Staatliche Schikane und strukturelle Diskriminierung

Antiziganismus, der strukturelle Hass und die strukturelle Diskriminierung von Sinti und Roma nimmt in ganz Europa zu. In Ungarn, wo Romnja und Roma seit Jahrhunderten leben, ist der Antiziganismus einerseits ein kulturelles Erbe, das nicht „aufgearbeitet“ wurde. Anderseits wird er seit 2010 von der Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán stark begefeuert. Die strukturelle Diskriminierung der Romnja und Roma wird dabei verschärft durch die so genannte „Roma-Strategie“ der Regierung aus dem Jahr 2011. Nicht selten fordert der tiefsitzende Antiziganismus in der Gesellschaft Opfer und Romnja und Roma werden von paramilitärischen Organisationen ermordet. ► Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn.

quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/74-rechte-gewalt-alltaeglich-...

Südnordfunk #73

Der globale Süden im Zweiten Weltrieg

Der Südnordfunk vom Juni 2020 erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und an das Schicksal von Kolonialsoldaten, denen nach der Niederschlagung des Naziregimes jede Anerkennung und teilweise auch ihre Entlohnung verweigert wurde. Die Beiträge befassen sich mit dem unbeabsichtigten Kriegseintritt Indiens, einem Massaker an senegalesischen Kolonialsoldaten und der Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg".

Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg Wanderausstellung

Kolonialsoldaten aus den Maghrebstaaten hatten im April 1945 einen wesentlichen Anteil an der Befreiung Badens vom Nationalsozialismus. Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika kämpften im Zweiten Weltkrieg gegen den deutschen und italienischen Faschismus und den japanischen Großmachtswahn. Teils freiwillig, teils mit Gewalt wurden diese Kolonialsoldaten von den Alliieerten einberufen. Aber auch die faschistischen Achsenmächte rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter.

Ein Gespräch mit Karl Rössel, Mitarbeiter des Rheinischen JournalistInnen-Büros und Kurator der Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg",

Die Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" haben wir 2010 in Freiburg gezeigt. Seither ist sie um die Welt gewandert, zum Beispiel nach Gambia und Südafrika. Vom 1. Juli bis Oktober 2020 wird sie in der norddeutschen Gedenkstätte Lager Sandbostel gezeigt.

Die Rolle Indiens im Zweiten Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg brach aus, als Indien sich mitten im Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht Großbritannien befand. 1939 erklärte der britische Vizekönig Lord Linlithgow den Kriegseintritt Britisch-Indiens auf Seiten des Empire, ohne die gewählten indischen Volksvertreter zu konsultieren. So wurde das Land ungewollt mit in den Kampf gegen Nazi-Deutschland und dessen Verbündete Italien und Japan gezogen.

Wir sprachen mit der Historikerin Dr. Maria Framke. Sie verfasste ihre Promotion zum Thema "Wahrnehmungen und Aneignungen von Faschismus und Nationalsozialismus in Indien zwischen 1922 und 1939". Seit 2015 ist sie am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte der Uni Rostock tätig und schreibt zur Zeit an ihrer Habilitation zum Thema „South Asian Humanitarianism in armed conflicts, 1899-1949“.  Ein Interview von Greta Panschar.

Wiedergutmachung für das Massaker von Thiaroye

M'bap Senghor war 32 Jahre alt, als er bei dem Thiaroye-Massaker vom französischen Militär ermordert wurde. Nachdem er als Kolonialsoldat für Frankreich im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte, wurden er und seine Gefährten ohne jegliche Zeichen der Anerkennung aus dem Kriegsdienst entlassen und nach Senegal zurückgeschickt. Viele erhielten nicht einmal ihren Gefangenlohn oder eine Entschädigung für ihre Soldatendienste. In Dakar angekommen und dann im Durchgangslager von Thiaroye eingesperrt, verlangten M'bap Senghor und andere Soldaten, was ihnen zustand. Anstatt sie zu bezahlen, tötete die französische Armee sie. In der offiziellen, aber falschen Erzählung war die Rede von einer Meuterei, die niedergeschlagen werden musste. Erst vor fünf Jahren erkannte der französische Präsident Hollande zum Teil das Unrecht der französischen Armee an. Der Sohn von M'bap Senghor, Biram Senghor, und die Historikerin Armelle Mabon haben rechtliche Schritte eingeleitet, um Zugang zur Wahrheit zu erhalten. Ihre Forderungen: die Exhumierung der Leichen und Zugang zu den Archiven.  Ein Beitrag von Adèle Cailleteau.

Vernissage der Ausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg"

2010 war die Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" im Centre Culturel Francais in Freiburg zu Gast. Sie erzählt von einem finsteren Kapitel der Kriegsgeschichte, das im deutschsprachigen Raum bisher wenig beleuchtet wurde. Ein Beitrag mit Impressionen und Erklärungen zur Vernissage, die im November 2010 stattfand. Auch der Ausstellungsmacher Karl Rössel kommt zu Wort und berichtet über Idee und Entwicklung seiner Ausstellung.

Quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/73-der-globale-sueden-im-zwei...

Hinweis: Die Sendung vom 17/09/20 18-19 Uhr wurde aufgrund einer technischen Störung verschoben. Neue Sendezeit: Dienstag 22/09/20, 22-23Uhr.

Südnordfunk #72

Repression statt Schutz – Autoritäre Maßnahmen in der Corona-Krise

Wir betrachten beispielhaft die Türkei, Chile und Hongkong, um zu zeigen, wie Regierungen die Corona-Pandemie zum Anlass nehmen, um autoritäre Maßnahmen gegen Oppositionelle und soziale Bewegungen zu ergreifen und eine Verschiebung der politischen Machtverhältnisse zu verhindern.

Quelle: https://rdl.de/beitrag/s-dnordfunk-72-im-mai

 

 

 

Südnordfunk #71

Ausnahmezustand weltweit

südnordfunk am 7. April 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

Der aktuelle Ausnahmezustand aufgrund des Corona-Virus ist für den Globalen Norden verheerend und trifft ihn unvorhergesehen. Die Situation und das Ausmaß ist bisher einmalig. Im Globalen Südens sind Epidemien viel alltäglicher. Trotzdem schaffen es diese Gesundheitskrisen kaum in unsere Nachrichten.

Zum Umgang mit Infektionskrankheiten im Globalen Süden

Während sich in Europa und alles um Corona und die möglichen Folgen für die Bevölkerung dreht, sind Epidemien und Gesundheitskrisen andernorts viel alltäglicher. Auch, wenn sie eigentlich leichter vermeidbar wären. In der Demokratischen Republik Kongo starben innerhalb des letzten Jahres mehr als 6000 Menschen an den Masern. Und gegen Masern existiert eigentlich eine Impfung. Mitbekommen haben wir hier im Globalen Norden wenig von diesem Krankheitsausbruch. Das ist nur ein Beispiel, über die unterschiedlichen Reaktionen, wie mit Krankheiten im globalen Norden und dem globalen Süden umgegangen wird. Andreas Wulf von medico international spricht über die Hintergründe. Ein Interview von Pia Masurczak.

Tourismus-Stopp in Nordafrika

Marokko hat Mitte März seine Grenzen zu den europäischen Zentren der Epidemie wie Frankreich oder Italien dicht gemacht, ebenso zu seinen Nachbarländern. Eine Ausgangssperre wurde eingeführt, die unter anderem durch das Militär kontrolliert wird. Diese strengen Maßnahmen sollen dabei helfen, die Pandemie zu verlangsamen, um die schwachen medizinischen Kapazitäten des Landes so wenig wie möglich zu belasten. Dadurch wird der Tourismus auf unabsehbare Zeit total gestoppt, obwohl er ein vitaler Sektor der marokkanischen Wirtschaft ist. Ein Beitrag von Adèle Cailleteau.

Sicherheitsmaßnahmen in Kamerun

Experten sind sich einig: Wenn sich das Coronavirus auf dem Afrikanischen Kontinent weiter ausbreitet, könnte dies für viele Menschen dramatische Folgen haben. Die Gesundheitssysteme sind geschwächt und die meisten Menschen leben von Tag zu Tag. Dazu kommen noch die politischen Spannungen in manchen Ländern wie etwa in Kamerun. Das westafrikanische Land gehört mittlerweile zu den drei Ländern in Afrika, die am meisten vom Coronavirus betroffen sind. Hier haben die Menschen mehr Angst von den Sicherheitsmaßnahmen wie etwa eine mögliche Ausgangsperre als vom Virus selbst. Ein Beitrag über die Lage im Land von Rufine Songue.

Quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/71-ausnahmezustand-welw

Sendezeit: 23/07/20, 18-19 Uhr

Südnordfunk #70

Passend zum FLINTQ*-Monat März sprach der südnordfunk im März über internationale feministische Solidarität mit Aktivist*innen aus Nepal, Fidschi, Südafrika und Mexiko. 

Women's Global Strike
If women stop, the world stops. Überall auf der Welt wollen Frauen* dies zeigen: Am 8. März gehen sie nicht ihrer bezahlten Arbeit nach und streiken auch zuhause. Unter der Kampagne Women’s Global Strike organisieren feministische Gruppen weltweit Streiks, Infoveranstaltungen und Kulturangebote und politisieren so ihren Kampf. Maryann Lockington berichtet von ihren Kämpfen in Fidschi und Renu Adhikari Rajbhandari verdeutlicht ihre Perspektive aus Nepal. Beide verweisen darauf, dass Frauen* stärker als Männer* vom Klimawandel betroffen sind. Verschiedene Frauen*stimmen leiten den Beitrag mit einem Auszug aus dem politischen Aufruf des Women’s Global Strike ein

Vom Kampf um Land und Rechte - Indigene Frauen in Süd-Mexiko
Seit vielen Jahren gibt es politische Kämpfe von ländlichen Frauen*rechtsbewegungen in Süd-Mexiko. Viele Frauen*, die sich auf dem Land organisieren, kämpfen auch um das Recht auf Land und ein autonom bestimmtes Leben vor Ort. Das Kollektiv Colem besteht seit 1989 und wurde als Antwort auf mehrere Vergewaltigungen in der Stadt San Cristóbal gegründet. Es begleitet indigene Frauen* auf dem Land vor Gericht, die keine Mittel hätten, ein*e Anwält*in zu bezahlen. Martha Figueroa, eine der Anwält*innen bei Colem klagt unter anderem vor dem Interamerikanischen Gerichtshof in Washington, wenn Mexiko sich weigert, Verletzungen von Frauen*rechten zu verfolgen. Sie weiß auch, weshalb in den Landrechtsbewegungen in Mexiko so viele Frauen* organisiert sind und wie die Defensoras , die Menschenrechtsverteidiger*innen arbeiten.

Geschlechtergerechtigkeit in Südafrika
Im weltweiten vergleich schneidet Südafrika in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter relativ gut ab - zumindest, wenn man sich den Gender Gap Report ansieht. Gleichzeitig gibt es weltweit wenige Länder, in denen es so häufig zu sexualisierter Gewalt an Frauen* und weiblich gelesenen Personen kommt. Die Geschichte des Landes ist außerdem strukturell eng verstrickt mit institutionalisiertem Rassismus, sodass besonders Women of Colour und schwarze Frauen* in prekäre Lebensverhältnisse abgedrängt werden. Wir verschaffen uns einen Überblick über die Situation von Frauen* und weiblich gelesene Personen und feministische Arbeit in Südafrika.

Quelle: https://www.iz3w.org/projekte/suednordfunk/70-feministische-ae

 

Südnordfunk #69

Mobile Kliniken in der Zentralafrikanischen Republik

Die Zentralafrikanische Republik, eines der ärmsten Länder der Welt. Seit der Präsident Bozizé im März 2013 gestürzt wurde, liefern sich konkurrierender Milizen erbitterte Kämpfe. Die Infrastruktur wurde in großen Teilen des Landes über Jahrzehnte vernachlässigt. Straßen, Krankenhäuser oder Schulen sind hier nicht zu finden. In einem von Rebellen kontrollierten Gebiet der Zentralafrikanischen Republik ermöglicht ein kleines Team mit einer mobilen Klinik die Behandlung von Malariakranken. Eine Reportage von Martina Backes. 

Panafrikanische Literatur gegen Stereotypisierungen

Der afrikanische Kontinent wird in Filmen, in Medien und auch in der europäischen Literatur mit den unterschiedlichsten Stereotypen dargestellt – Armut, Bürgerkriege, Krankheiten usw. Afrikanische Schriftsteller*innen ermöglichen in ihren Büchern jedoch, ein realitätsnäheres Image vom afrikanischen Kontinent und dessen Vielfalt herzustellen. Im Interview zeigt die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Diana Haußmann anhand mehrerer Romane der kamerunisch-französischen Schriftstellerin Léonora Miano, inwiefern die Literatur es schafft, neue Diskurse über Afrika anzustoßen und dem Spannungsfeld, das aus der Auseinandersetzung mit westlichen, kolonialen und exotistischen Fremdzuschreibungen entsteht, zu entkommen. Ein Interview von Adèle Cailleteau.

Aktives Erinnern in panafrikanischer Musik

Ein Interview mit Blick Bassy, einem Sänger und Songwriter aus Kamerun. Sein viertes Album „1958“ widmet er Ruben Um Nyobé, einem vergessenen kamerunischen Unabhängigkeitskämpfer. Im Gespräch erzählt er uns, wie Musik zur Rekonstruktion des kollektiven Gedächtnisses beitragen kann. Ein Interview von Rufine Songue. 

Quelle: https://rdl.de/beitrag/69-s-dnordfunk-im-februar

Sendezeit : Mittwoch 12/02/20  23:00 - 24:00 Uhr

Südnordfunk #68

Dear White People - Check your Privilege

Das Freiburger Symposium „Dear White People …“ geht in die zweite Runde! Diesmal heißt es „Check Your Privilege!« Es beschäftigt sich mit Critical Whiteness, Intersektionalität und Dekolonisierung von Entwicklungspolitik – diskursiv, ästhetisch und erlebnisorientiert.
Der Süd Nord Funk legt daher seinen Schwerpunkt auf Kritisches Weißsein und sprach zudem mit den beiden Aktiven/Veranstalterinnen Isabelle Ihring und Johanna Dangel über den Fokus und die Notwendigkeit eines solchen Symposiums. (Interview: Eva Gutensohn)

Kritisches Weißsein

Seit Jahrhunderten wurde das gesellschaftliche Problem des Rassismus mit Blick auf die Betroffenen besprochen. Ohne Wirkung. Daher ist es notwendig, ein anderes Gespräch zu führen und zwar mit dem Blick auf diejenigen, die Vorteile davon haben, dass es Rassismus gibt – also weiße Menschen. Der Schwarze Aktivist Tsepo Andreas Bollwinkel erklärt im Interview, was „Kritisches Weißsein“ heißt und warum sich weiße Menschen mit ihrem Weißsein beschäftigen sollen. Im Rahmen des Symposiums „Dear White People Vol. 2 – Check your privilege“ wird er auch am 11. Januar einen Kurzworkshop in Freiburg zum Thema geben. (Interview: Adèle Cailleteau)

Die Anfänge der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland

Wie eine Wüste – so beschreibt Mario Santiago Freiburg für schwarze Menschen in den 70er Jahren. Neue Räume außerhalb rassistischer Systeme, neues Wissen, neue Austauschmöglichkeiten und Netzwerke – darum ging und geht es der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland. Mitte der 80er startete sie in Freiburg. (Beitrag von Anna Trautwein)

Musik von Babel Projekt
Immer wenn die babylonische Sprachverwirrung dem Interkulturellen Austausch Grenzen setzt, bleibt als letzte Bastion des Dialoges die Musik, die als universelle Sprache alle Mauern überwindet, die keine Nationalitäten und keine Grenzen kennt.

Im Geiste dieser Idee schuf der in Freiburg lebende Algerische Musiker Ahmed Abdelali 2017 die „Initiative Babel Lokalklang“, unter deren Dach Freiburger MusikerInnen aus über 15 Nationen ihre Musik zu einem neuen Klang verschmelzen…

 
 
Sendezeit : Mittwoch 12/02/20   22:00 - 23:00 Uhr

Südnordfunk # 65 Proteste in Haiti, Ägypten, Sudan

Haiti Reportage: Wenn eine Energiekrise ein Land regiert

Was bedeutet es, wenn einem Land der Treibstoff ausgeht, dessen Bevölkerung weitgehend arm ist? Wenn die Generatoren der Krankenhäuser ausfallen, wenn die Menschen kein Kerosin mehr zum Kochen haben und der Verkehr zum Erliegen kommt? Dieser Tage ist genau das – zum wiederholten Male – in Haiti der Fall. Die Staatskassen sind leer, die Tankstellen ebenso. Benzin und Diesel werden auf dem Schwarzmarkt für den vierfachen Preis gehandelt. Mitte September kam es zu einem Generalstreik, die Schulen blieben geschlossen.

Tausende protestieren seither auf den Straßen, sie fordern den Rücktritt des Präsidenten. Die Gründe für die sozialen Missstände im ärmsten Staat der Karibik sind indes kompliziert…

Ägypten Interview: Neue Massenproteste auf den Straßen

Rund acht Jahre nach dem Arabischen Frühling, der auf dem Tahrir Platz in Kairo begann, steht das Land erneut auf. Seit dem 20. September machen Massenproteste in den ägyptischen Städten deutlich: Das Regime al-Sisi ist weithin unerwünscht. Wo werden die Proteste hinführen? Und wo steht das Militär?

Sudan Interview: Wie stehen die Chancen für den Frieden im Sudan?

Fast drei Monate sind vergangen, seit die Proteste gegen die Militärführung im Sudan gewaltsam niedergeschlagen wurden. Doch die Protestbewegung gab nicht auf. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum ist inzwischen das Kabinett der neuen Übergangsregierung vorgestellt worden. Das aus Militärvertretern und ZivilistInnen bestehende Gremium soll eine gut dreijährige Übergangsphase leiten, das Ziel sind Neuwahlen. Wie stehen die Chancen für den Frieden und für demokratische Strukturen im Sudan?

Was erhoffen sich die Menschen von den politischen Veränderungen? Warum stehen sie dem Militär misstrauisch gegenüber? Und wie haben die Ereignisse das politische Bewusstsein im Land geprägt? Darüber sprach der südnordfunk mit Aisha Hassan, die in Sudans Hauptstadt Khartoum lebt und arbeitet.

 
 
Sendezeit: Mittwoch 13.11.2019 / 23:00-24:00 Uhr
 

Südnordfunk #66 / Widerstand in Chile und Brasilien

# Klage gegen EU wegen Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer

Am Wochenende hat Italien ein Abkommen mit Libyen verlängert, das die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache regelt. Ob das menschenrechtskonform ist, wird verschiedentlich angezweifelt. Deshalb verklagen zwei Anwälte die EU vor dem Internationen Strafgerichtshof. Ihr erster Vorwurf: Italien und die EU machen sich in ihrer Kooperation mit der aus Milizen bestehenden Küstenwache im Rahmen der Mission Sophia strafbar. Ihr zweite Vorwurf: Mit der Mission Sophia war nachweislich kalkuliert, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Maren Streibel hat einen der beiden Anwälte, Omer Shatz, getroffen.

# Chile ist aufgewacht – über die aktuellen Proteste

Unter dem Slogan „Chile ist aufgewacht“ gehen in Santiago und anderen großen Städten Chiles rund eine Million Menschen gegen die Politik der Regierung Sebastián Piñeras auf die Straße. Diese antwortet mit Repression und versucht durch minimale soziale Reformen zu befrieden. Wir betrachten die Hintergründe und den Charakter der Proteste.

# Landnahme in Brasilien – indigener Widerstand

Ein Gespräch mit einer indigenen Vertreterin der Munduruku über indigenen Widerstand im Amazonas. Sie berichtet über den Landraub indigener Terrotirien durch staatliche und private Bauvorhaben und davon, wie sich die Rechte Indigener unter Bolsonaro verändert haben.

Quelle: https://www.freie-radios.net/98248

Sendezeit: Mittwoch 13.11.2019 / 22:00 - 23:00 Uhr

#59 südnordfunk -Ukraine fünf Jahre nach dem Maidan / Afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

*** Ukraine fünf Jahre nach dem Maidan

Mehr als fünf Jahre nach dem Maidan in der Ukraine sind noch lange nicht alle Geschichten erzählt. Hört her, was Katja Pavlova von CRISP (Conflict Transformation and Civic Education) und die Zeitzeug_innen vom Euromaidan zu sagen haben. Die Berliner Organisation CRISP steht für „Crisis Simulation for Peace“. Sie organisieren politische Planspiele mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken und Konflikte zu bewältigen.

In jüngster Zeit stand bei CRISP die Ukraine im Mittelpunkt, genauer gesagt die Proteste auf dem Maidan. Anfang 2018 haben sie in Zusammenarbeit mit der Kunst- und Informatik Abteilung der Hochschule für Bildende Künste Saar und ISKRA, dem „Zentrum für Dialog und Versöhnung“ eine Hörspielapp veröffentlicht, die die Geschehnisse vor gut 5 Jahren nochmal ins Gedächtnis rufen soll: mit dem Smartphone in der Tasche kann man sich so auf den Originalschauplätzen unterschiedliche Geschichten erlaufen.

Den Protesten auf dem Maidan, die immer blutiger wurden, folgte die Russische Annexion der Krim, was den Euromaidan regelrecht absorbierte. Alle Aufmerksam war nun auf die Ostgrenze gerichtet.

Im April 2019 steht eine neue Präsidentschaftswahl in Kiev an. Das größte zu lösende Problem bleibt der Umgang mit der Korruption im Land sowie die Aggressionen Russlands auf der einen Seite und die Annäherung an die EU auf der Anderen.

Die drei Top-Kandidat_innen nach der Vorwahl sind immerhin EU-Befürworter_innen. Der Spitzenkandidat ein politisch unerfahrener Komiker………….

Ihr hört Ausschnitte aus der App Hidden Memories und die Projektmitarbeiterin Katja Pavlova, die damals selbst Aktivistin auf dem Euromaidan war.

***Afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

... die sammelt und veröffentlicht das Label Ostinato Records. Sie sind der ungehörte Soundtrack der Geschichte des Globalen Südens. Der südnordfunk hat mit dem Label-Gründer Vik Sohonie gesprochen um herauszufinden, welche Idee hinter dem Label steckt und wie man die raren Scheiben und Bänder mit den begehrten Klängen findet.

Auch wenn der Begriff „Ostinato“ lateinischen Ursprungs ist, so gibt es keinen Kontinent dessen Musikkulturen die Tradition des repetitiven Riffs oder des repetitiven Rhythmus (ostinato) so sehr zelebrieren wie Afrika und auch in der Karibik und in Lateinamerika. Vielleicht war es das, was Vik Sohonie zu afrikanischer Musik hingezogen habe, schon lang bevor er ein Label gründete – die unglaublich ausgefeilten Arten diese Melodien und Rhythmen zu halten und zu wiederholen, um einen vielschichtigen, tiefen und komplexen Sound entstehen zu lassen. Diese Ostinatos lassen sich in der Musik Kubas, auf Haiti, in Brasilien, in Nigeria, in Angola und Somalia finden.

Für Vik Sohonie sind sie das gemeinsame Merkmal der Musik, die er veröffentlicht. 2017 hat Vik das Album Sweet as Broken Dates: herausgebracht, mit Musik aus dem Somalia der 1970er und 80er Jahre. Im September 2018 kam Two Niles To Sing A Melody – The Violins and Synths of Sudan heraus. Seine neuste Veröffentlichung ist eine Compilation der Star Band De Dakar, mit afrokubanischem Psychedelic aus dem Senegal.

 
 
Sendezeit: Mittwoch 21/08/19 , 23:00 - 24:00 Uhr
 

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