
Lost & Found
„Driving down the winding road …“, singt TOKUNBO im neuen Song „Cocoon“, einem von 13 neuen Stücken auf ihrem im September erscheinenden Album „Lost & Found“. Und man kann sie sich ganz genau vorstellen, während man dem entspannt gezupfen Gitarrenrhythmus lauscht: wie sie mit einem Arm im ofenen Autofenster lehnt, Wind in den Haaren, und lächelnd die Unvorhersehbarkeit all dessen, was da vor ihr liegt, annimmt. Mit „Lost & Found“ veröfentlicht TOKUNBO ihr inzwischen viertes Album, das – wie gewohnt – mit leichtüßiger Finesse Songwriter-Jazz und Folk-Pop verbindet. Die Songs klingen ofen und klar, lassen immer wieder 70er-Sound edel durchschimmern, irgendwo zwischen Burt Bacharach und Fleetwood Mac. Sie schmecken nach Sommer und Leichtgkeit – was Sinn ergibt, wenn man weiß, dass viele von ihnen entweder and der Küste oder in
einem Baumhaus verfasst wurden.
In warmen, erdigen Klangfarben malt TOKUNBO den Zuhörern für jedes ihrer Lieder eine neue, kleine Szenerie. Mal sind wir in der Großstadt und mal am Meer. Die akustschen Arrangements lassen ihrer charaktervollen Stmme den gebührenden Raum. Zuständig dafür sind ihre langjährigen Begleiter: Ulrich Rode legt, wie schon auf TOKUNBOs früheren Alben, mit fligranen Gitarrenklängen die Basis, Mathias 'Maze' Meusel (Drums) prägt mit unkonventonellen Percussionparts den Sound, während Christan Flohr (Bass) erdige Wärme im Tiefonbereich beiträgt und Anne de Wolf (Geigerin und Mult-Instrumentalistn) mit Streichersätzen zwischen Kammermusik und Hollywood aufwartet. Den Feinschlif im
Mix gibt Branchenkoryphäe Marc Ebermann (Scorpions, Roger Cicero). Ein Album mit Liebe zum Detail. Zeitlos und elegant. Handgemachte Musik in Zeiten von KI – das Erfolgsrezept also, das der Musikerin bereits mit dem erfolgreichen Vorgängeralbum „Golden Days“ zahlreiche TV-Aufrite, in ARD, ZDF und NDR, im „MoMa“ oder im „ARTE Journal“, einbrachte. In den neuen Songs erzählt die Musikerin Geschichten vom Suchen und Ankommen – persönlich, vielschichtg und mit Charme. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung als jemand, der zwischen zwei Kulturen aufwuchs – Nigeria und Deutschland – spielen die Texte mit den Themen Identtät, Herkunf und dem Gefühl, sich im Laufe eines
Lebens neu zusammenzusetzen. Als Frau in dieser Welt, als Muter, als Kind, als Künstlerin. Die Bildende Kunst war darüber hinaus ein Einfuss für TOKUNBO – und so ist „Lost & Found“ nicht nur eine Sammlung berührender Lieder, sondern selbst ein kleines Gesamtkunstwerk geworden. Das Album-Artwork etwa ist inspiriert von berühmten Gemälden wie dem „Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder den Selbstporträts von Frida Kahlo.
„Lost & Found“ spannt einen Bogen über drei Generatonen – von TOKUNBOs eigenen Wurzeln, der Geschichte der Eltern, dem nachdenklichen Evaluieren des Status Quo („Under Water“) bis hin zum Blick auf die Zukunf ihres Kindes („Empty Nest“). Themen wie familiäre Prägung, weibliche Selbstbehauptung, Liebe in ihren unterschiedlichen Spielarten („Polaroid Life“) und Verantwortung gegenüber der nächsten Generaton („To Be Alive“) stehen im Mitelpunkt. Ordnet man ihren bisherigen Soloalben verschiedene Elemente zu, dann wäre „Queendom Come“ das Feuer, „The Swan“ die Luf, „Golden Days“ eindeutg Erde – und „Lost & Found“ nun ist TOKUNBOs Wasser-Album. Verfasst an der Küste, mit Texten, die das Schwimmen und Treibenlassen auf den Wellen des Lebens thematsieren. „I’m a nomad, roaming the universe …“ Ein Album, das uns vermitelt, dass nichts jemals perfekt ist, niemals fertg – und dass das genau richtg so ist. Auf „Lost & Found“ werden Ambivalenzen nicht aufgelöst, sondern gelassen angenommen. TOKUNBO geht es um das Loslassen von Erwartungen – um das Ankommen bei sich selbst. „I used to feel lonely. Now I know I’m free.“
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